RIS-Daten auf einen Blick
Sachverhalt
Die beklagte Landesrechtsanwaltskammer hatte nach § 23 Abs 6 RAO eine Vertrauensschadensversicherung für Schäden durch wissentliche und vorsätzliche Pflichtverletzungen von Treuhändern bei Nutzung des Elektronischen Anwaltlichen Treuhandbuchs abgeschlossen. Nach § 8 Abs 1 der Versicherungsbedingungen wurde die Versicherungsleistung fällig, wenn die Kammer den Eintritt des Versicherungsfalls durch Beschluss feststellte. [6]
Die klagende GmbH begehrte einen Beschluss des Kammerausschusses, dass die Voraussetzungen für die Versicherungsleistung wegen der treuwidrigen Auszahlung eines Treuhandbetrags von 14.090.375 EUR vorlägen. Das Erstgericht verwarf die Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs rechtskräftig und gab der Klage statt. Das Berufungsgericht änderte das Urteil in eine Klagsabweisung ab. [6]
Das Berufungsgericht übernahm die Feststellung nicht, dass auch 2 Mio EUR Eigenkapital auf das Treuhandkonto eingezahlt worden seien. Die Klägerin hatte selbst eine direkte Anweisung dieses Anteils vorgebracht. Das Berufungsgericht hielt deshalb das auf den Gesamtbetrag bezogene Begehren für unschlüssig. Zudem verneinte es einen zivilrechtlichen Anspruch auf die begehrte Beschlussfassung. Die Klägerin erhob außerordentliche Revision. [6]
Ausführungen des OGH
Der OGH sah keine präjudizielle Rechtsfrage im Sinn des § 502 ZPO. Entscheidend war, dass die Revision die Unschlüssigkeit als eine von mehreren selbstständig tragfähigen Begründungen der Klagsabweisung nicht wirksam bekämpfte. Die weiteren Fragen zur Beschlussfassung durch die Kammer konnten die Zulässigkeit der Revision daher nicht begründen. [3] [6]
- Einmaligkeit des Rechtsmittels: Jeder Partei steht nur eine Rechtsmittelschrift oder Rechtsmittelgegenschrift zu. Weitere nach Revision und Revisionsbeantwortung eingebrachte Schriftsätze sind unzulässig. Der OGH verwies dazu auf RS0041666. [2] [6]
- Rechtsweg und materielle Berechtigung: Die rechtskräftige Verwerfung der Rechtswegeinrede stand der Klagsabweisung nicht entgegen. Das Berufungsgericht hatte die Klage nicht wegen Unzulässigkeit des Rechtswegs zurückgewiesen, sondern den behaupteten Anspruch als materiell nicht berechtigt beurteilt. [3]
- Fehlende Präjudizialität: Zur hoheitlichen oder privatwirtschaftlichen Natur der Beschlussfassung und zu Ansprüchen bei deren Unterbleiben fehlte zwar höchstgerichtliche Rechtsprechung. Diese Fragen waren hier aber nicht entscheidungsrelevant, weil die Unschlüssigkeit die Abweisung selbstständig trug. [6]
- Überraschungsentscheidung und Mängelrüge: Die Rüge einer überraschenden Beurteilung der Schlüssigkeit betraf § 182a ZPO. Die Klägerin zeigte jedoch nicht auf, welches zusätzliche oder andere Vorbringen sie zur Behebung der Unschlüssigkeit erstattet hätte. Damit war die Relevanz des behaupteten Verfahrensmangels nicht erkennbar. [6]
- Behauptete Außerstreitstellung: Der Hinweis auf eine angebliche Außerstreitstellung des gesamten Treuhandbetrags zeigte die Relevanz des Mangels ebenfalls nicht auf. Er setzte sich nicht konkret mit dem vom Berufungsgericht herangezogenen eigenen Vorbringen zur direkten Anweisung des Eigenkapitals auseinander. [6]
- Übereinstimmendes Parteivorbringen: Eine Außerstreitstellung nach § 266 ZPO setzt übereinstimmendes Vorbringen der Parteien voraus. Der OGH verwies auf RS0040092. Die Argumentation der Klägerin konnte deshalb die Beurteilung der Unschlüssigkeit nicht wirksam entkräften. [6]
Ergebnis
Der OGH wies den Schriftsatz der Klägerin vom 3. November 2025 zurück. Ebenso wies er die außerordentliche Revision gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurück. Die Klagsabweisung durch das Berufungsgericht blieb damit bestehen. [1]
Die Entscheidung klärt nicht abschließend, ob die Beschlussfassung über einen Vertrauensschaden hoheitliches oder privatwirtschaftliches Handeln ist und ob Geschädigte einen zivilrechtlichen Anspruch darauf haben. Diese Fragen waren wegen des nicht wirksam bekämpften Abweisungsgrundes der Unschlüssigkeit nicht präjudiziell. [6]
Rechtsgrundlagen
Tragend waren die Voraussetzungen der Revisionszulässigkeit und die fehlende Darlegung der Relevanz des behaupteten Verfahrensmangels. § 23 Abs 6 RAO bildete den gesetzlichen Hintergrund der Vertrauensschadensversicherung, ohne dass der OGH daraus hier einen Anspruch auf Beschlussfassung abschließend ableitete oder verneinte. [6]
- § 502 Abs 1 und § 508a Abs 2 ZPO: Die außerordentliche Revision wurde mangels einer erheblichen, für den Fall präjudiziellen Rechtsfrage zurückgewiesen. [1] [6]
- § 182a ZPO: Die behauptete Überraschungsentscheidung wurde als Verfahrensmangel gerügt. Es fehlte die Darlegung, welches Vorbringen die Klägerin bei entsprechender Erörterung erstattet hätte. [6]
- § 266 ZPO und RS0040092: Eine Außerstreitstellung setzt übereinstimmendes Parteivorbringen voraus. [6]
- § 23 Abs 6 RAO: Die Vorschrift wurde als Grundlage der von der Rechtsanwaltskammer abgeschlossenen Vertrauensschadensversicherung angeführt. [2] [6]
- § 8 Abs 1 der Versicherungsbedingungen: Nach der Vertragsregelung wurde die Versicherungsleistung fällig, wenn die beklagte Kammer den Eintritt des Versicherungsfalls durch Beschluss feststellte. [6]
- RS0041666: Der Grundsatz der Einmaligkeit des Rechtsmittels begründete die Zurückweisung des weiteren Schriftsatzes. [6]
Kernaussage (Zusammenfassung)
Der OGH wies die außerordentliche Revision zurück, weil die Klägerin die Unschlüssigkeit als selbstständig tragfähigen Abweisungsgrund nicht wirksam bekämpfte. Die Rechtsnatur der Beschlussfassung durch die Rechtsanwaltskammer und ein möglicher Anspruch darauf waren daher nicht entscheidungsrelevant. Auch ein weiterer Schriftsatz wurde wegen des Grundsatzes der Einmaligkeit des Rechtsmittels zurückgewiesen.
Spruch (Originaltext aus dem RIS)
I. Der Schriftsatz der klagenden Partei vom 3. 11. 2025 wird zurückgewiesen.
II. Die außerordentliche Revision wird gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen.
Quellennachweise aus dem RIS
Spruch – Auszug
I. Der Schriftsatz der klagenden Partei vom 3. 11. 2025 wird zurückgewiesen.
II. Die außerordentliche Revision wird gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260326_OGH0002_0040OB00151_25X0000_000.
Quelle im RIS öffnenSachverhalt – Auszug
Begründung:
Zu I:
[1] Jeder Partei steht nur eine einzige Rechtsmittelschrift oder Rechtsmittelgegenschrift zu (RS0041666). Nach der Revision und der Revisionsbeantwortung eingebrachte weitere Schriftsätze der Parteien sind daher als unzulässig zurückzuweisen.
Zu II:
[2] Die beklagte Landesrechtsanwaltskammer hat eine Vertrauensschadensversicherung gemäß § 23 Abs 6 RAO für Schäden im Zusammenhang mit wissentlichen und vorsätzlichen Pflichtverletzungen von Treuhändern bei Nutzung des Elektronischen Anwaltlichen Treuhandbuchs (eATHB) abgeschlossen.
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Begründung:
Zu I:
[1] Jeder Partei steht nur eine einzige Rechtsmittelschrift oder Rechtsmittelgegenschrift zu (RS0041666). Nach der Revision und der Revisionsbeantwortung eingebrachte weitere Schriftsätze der Parteien sind daher als unzulässig zurückzuweisen.
Zu II:
[2] Die beklagte Landesrechtsanwaltskammer hat eine Vertrauensschadensversicherung gemäß § 23 Abs 6 RAO für Schäden im Zusammenhang mit wissentlichen und vorsätzlichen Pflichtverletzungen von Treuhändern bei Nutzung des Elektronischen Anwaltlichen Treuhandbuchs (eATHB) abgeschlossen.
[3] Nach § 8 Abs 1 der Versicherungsbedingungen wird die Versicherungsleistung fällig, wenn der Eintritt des Versicherungsfalles durch Beschluss der Beklagten festgestellt wird.
[4] Die Klägerin begehrte (zuletzt) von der Beklagten die Fassung eines Beschlusses durch ihren Ausschuss, dass die Voraussetzungen für die Leistung der Vertrauensschadensversicherung nach § 23 Abs 6 RAO für einen näher umschriebenen Schadensfall wegen der treuwidrigen Auszahlung eines Treuhandbetrags von 14.090.375 EUR vorlägen.
[5] Eine von der Beklagten schon in erster Instanz erhobene Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs verwarf das Erstgericht mit inzwischen rechtskräftigem Beschluss.
[6] Das Erstgericht gab der Klage statt.
[7] Das Berufungsgericht änderte die Entscheidung in eine Klagsabweisung ab. Aufgrund der Beweisrüge der Beklagten in der Berufung befasste es sich zunächst mit der Feststellung im Ersturteil, dass neben rund 12 Mio EUR an Fremdkapital auch 2 Mio EUR Eigenkapital (insgesamt also die im Klagebegehren genannte Summe) auf das Treuhandkonto eingezahlt worden seien. Diese bekämpfte Feststellung ergebe sich nach Ansicht des Berufungsgerichts nicht aus den vom Erstgericht dafür ins Treffen geführten Beweisergebnissen. Da die Klägerin aber selbst vorgebracht habe, dass der Eigenkapitalanteil von 2 Mio EUR direkt angewiesen worden sei, sei die Feststellung im Ersturteil insoweit überschießend und wurde vom Berufungsgericht (ohne Ersatzfeststellung) nicht übernommen. Aufgrund dieses Vorbringens sei auch das Klagebegehren unschlüssig, das auf Beschlussfassung wegen der treuwidrigen Auszahlung von 14.090.375 EUR laute. Da weder Erstgericht noch Beklagte auf diese Unschlüssigkeit hingewiesen hätten, müsste grundsätzlich eine Zurückverweisung des Verfahrens in die erste Instanz erfolgen, um der Klägerin Gelegenheit zu geben, ihr Begehren schlüssig zu stellen. Dies könne hier jedoch unterbleiben, weil die Klägerin bei richtiger rechtlicher Beurteilung weder aus § 23 Abs 6 RAO noch aus dem Versicherungsvertrag einen zivilrechtlichen Anspruch auf die begehrte Beschlussfassung ableiten könne. Diesen Aspekt habe die Beklagte in erster Instanz bereits eingewandt, sodass die Klagsabweisung insofern nicht überraschen könne.
[8] Die außerordentliche Revision der Klägerin strebt eine Aufhebung des Berufungsurteils an, hilfsweise beantragt sie, die Rechtssache in die erste Instanz zurückzuverweisen.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260326_OGH0002_0040OB00151_25X0000_000.
Quelle im RIS öffnenRechtliche Beurteilung – Auszug
[9] Die Revision zeigt keine präjudizielle Rechtsfrage iSd § 502 ZPO auf und ist daher unzulässig.
[10] 1. Die Klägerin meint, die Berufungsentscheidung sei nichtig, weil sie die Bindungswirkung der rechtskräftigen Verwerfung der Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs missachte (vgl RS0074226 [T4, T5]; RS0035572 [T9]).
[11] Dabei übersieht die Klägerin jedoch, dass das Berufungsgericht die Klage nicht wegen Unzulässigkeit des Rechtswegs zurückwies. Vielmehr wies es die Klage ab und begründete dies damit, dass der von der Klägerin behauptete Anspruch auf Beschlussfassung materiell nicht berechtigt sei.
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[9] Die Revision zeigt keine präjudizielle Rechtsfrage iSd § 502 ZPO auf und ist daher unzulässig.
[10] 1. Die Klägerin meint, die Berufungsentscheidung sei nichtig, weil sie die Bindungswirkung der rechtskräftigen Verwerfung der Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs missachte (vgl RS0074226 [T4, T5]; RS0035572 [T9]).
[11] Dabei übersieht die Klägerin jedoch, dass das Berufungsgericht die Klage nicht wegen Unzulässigkeit des Rechtswegs zurückwies. Vielmehr wies es die Klage ab und begründete dies damit, dass der von der Klägerin behauptete Anspruch auf Beschlussfassung materiell nicht berechtigt sei.
[12] 2.1. Die Klägerin weist zwar richtig darauf hin, dass höchstgerichtliche Rechtsprechung zu der Frage fehlt, ob die Beschlussfassung zur Schadenregulierung eines Vertrauensschadens durch eine Rechtsanwaltskammer als hoheitliches oder privatwirtschaftliches Handeln einzuordnen sei; sowie, ob das Unterbleiben der Beschlussfassung zivilrechtliche Ansprüche des Begünstigten auslöse.
[13] 2.2. Von diesen Rechtsfragen hängt die Lösung des vorliegenden Falls jedoch nicht ab, sodass sie die Zulässigkeit des Rechtsmittels nicht begründen können (RS0088931):
[14] Das Berufungsgericht nannte für die Klagsabweisung nämlich mehrere selbstständig tragfähige Begründungen. Zum einen hielt es das Klagebegehren für unschlüssig, zum anderen verneinte es einen Anspruch der geschädigten Klägerin auf eine Beschlussfassung der Rechtsanwaltskammer über den Eintritt des Versicherungsfalls der Vertrauensschadensversicherung.
[15] Die Revision rügt nun zwar, dass die Ausführungen des Berufungsgerichts zur Schlüssigkeit eine unzulässige Überraschungsentscheidung sei. Damit macht die Klägerin eine Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens wegen Verletzung von § 182a ZPO geltend. Sie zeigt jedoch nicht auf, welches zusätzliche oder andere Vorbringen sie zur Behebung dieser Unschlüssigkeit erstattet hätte (vgl RS0037300 [T48]). Eine Relevanz des gerügten Verfahrensmangels kann so nicht erkannt werden (vgl RS0120056 [T8], RS0037095 [T4 und insbes T6]).
[16] 2.3. Die Klägerin argumentiert in der Revision, dass die Beklagte in der Klagebeantwortung und durch die Urkundenerklärung, diverse Beilagen seien richtig, außer Streit gestellt habe, dass der Treuhänder das Treugut von gesamt 14.090.375 EUR treuwidrig verwendet habe.
[17] Es erschließt sich zwar nicht eindeutig, ob diese Ausführungen in Zusammenhang mit der Mängelrüge stehen. Selbst wenn man aber hier einen Zusammenhang sehen wollte, könnte dieses Vorbringen die Relevanz der gerügten Überraschungsentscheidung nicht aufzeigen, weil es sich nicht mit der Beurteilung des Berufungsgerichts (unter Angabe konkreter Aktenstellen) auseinandersetzt, dass die Klägerin selbst vorgebracht habe, 2 Mio EUR Eigenkapitalanteil seien direkt angewiesen worden.
[18] Eine Außerstreitstellung durch die Beklagte iSd § 266 ZPO würde aber voraussetzen, dass übereinstimmendes Vorbringen der Parteien besteht (RS0040092).
[19] 2.4. Im Ergebnis lässt die Revision damit eine von mehreren selbstständig tragfähigen Begründungsschienen des Berufungsgerichts (die Unschlüssigkeit) unbeanstandet, sodass den anderen als erheblich bezeichneten Rechtsfragen (Rechtsnatur der Beschlussfassung; Rechtsanspruch des Geschädigten darauf) keine Präjudizialität zukommt (RS0118709).
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260326_OGH0002_0040OB00151_25X0000_000.
Quelle im RIS öffnenRIS-Text – Auszug
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Dr. Schwarzenbacher als Vorsitzenden sowie die Hofrätinnen und Hofräte Mag. Istjan, LL.M., Mag. Waldstätten, Mag. Böhm und Dr. Gusenleitner‑Helm in der Rechtssache der klagenden Partei * GmbH, *, vertreten durch die Graff Nestl & Partner Rechtsanwälte GmbH & Co KG in Wien, gegen die beklagte Partei Rechtsanwaltskammer *, vertreten durch die Höhne, In der Maur & Partner Rechtsanwälte GmbH & Co KG in Wien, wegen Leistung durch Beschlussfassung (Streitwert 35.000 EUR), über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien vom 26. August 2025, GZ 11 R 69/25k‑34, mit dem das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom 10. März 2025, GZ 14 Cg 91/23i‑30, abgeändert wurde, den
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260326_OGH0002_0040OB00151_25X0000_000.
Quelle im RIS öffnenRIS-Text – Auszug
II. Die außerordentliche Revision wird gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260326_OGH0002_0040OB00151_25X0000_000.
Quelle im RIS öffnenRIS-Text – Auszug
[1] Jeder Partei steht nur eine einzige Rechtsmittelschrift oder Rechtsmittelgegenschrift zu (RS0041666). Nach der Revision und der Revisionsbeantwortung eingebrachte weitere Schriftsätze der Parteien sind daher als unzulässig zurückzuweisen.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260326_OGH0002_0040OB00151_25X0000_000.
Quelle im RIS öffnenZitiert von und Rechtsprechungslinie
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Wichtige Punkte
- Eine nicht wirksam bekämpfte, selbstständig tragfähige Abweisungsbegründung kann weiteren Rechtsfragen die Präjudizialität nehmen.
- Bei einer Mängelrüge wegen Überraschungsentscheidung muss erkennbar sein, welches zusätzliche Vorbringen erstattet worden wäre.
- Die Zulässigkeit des Rechtswegs ist von der materiellen Berechtigung des geltend gemachten Anspruchs zu unterscheiden.
- Der OGH ließ die Rechtsnatur der Beschlussfassung und einen möglichen Anspruch darauf in diesem Fall offen.
Häufige Fragen
Warum wurde die außerordentliche Revision in 4Ob151/25x zurückgewiesen?
Die Revision bekämpfte die Unschlüssigkeit als selbstständig tragfähigen Abweisungsgrund nicht wirksam. Die weiteren Fragen zur Beschlussfassung durch die Rechtsanwaltskammer waren deshalb nicht entscheidungsrelevant und begründeten die Revisionszulässigkeit nicht.
Hat der OGH einen Anspruch auf Beschlussfassung durch die Rechtsanwaltskammer verneint?
Nein, nicht abschließend. Das Berufungsgericht hatte einen solchen Anspruch verneint. Der OGH ließ diese Frage offen, weil bereits die nicht wirksam bekämpfte Unschlüssigkeit die Klagsabweisung trug.
Was fehlte bei der Rüge einer Überraschungsentscheidung?
Die Klägerin legte nicht dar, welches zusätzliche oder andere Vorbringen sie zur Behebung der Unschlüssigkeit erstattet hätte. Auch ihr Hinweis auf eine angebliche Außerstreitstellung setzte sich nicht konkret mit ihrem eigenen Vorbringen zur direkten Anweisung des Eigenkapitals auseinander.
Warum wurde auch der weitere Schriftsatz zurückgewiesen?
Nach dem vom OGH angewendeten Grundsatz der Einmaligkeit des Rechtsmittels steht jeder Partei nur eine Rechtsmittelschrift oder Rechtsmittelgegenschrift zu. Weitere nach Revision und Revisionsbeantwortung eingebrachte Schriftsätze sind unzulässig.
Quelle und Hinweis
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