RIS-Daten auf einen Blick

Gericht
Oberster Gerichtshof
Geschäftszahl
3Ob98/26x
Entscheidungsdatum
2026-07-20
Dokumenttyp
Entscheidungstext
ECLI
ECLI:AT:OGH0002:2026:0030OB00098.26X.0720.000
Dokumentnummer
JJT_20260720_OGH0002_0030OB00098_26X0000_000

Sachverhalt

Der Käufer eines Fahrzeugs begehrte von der beklagten Verkäuferin 11.000 EUR samt Anhang an Preisminderung. Das Erstgericht gab der Klage statt. Das Berufungsgericht bestätigte das Urteil und erklärte die ordentliche Revision für nicht zulässig. [2]

Die beklagte Partei erhob dagegen eine als „außerordentliche Revision“ bezeichnete Eingabe. Das Erstgericht legte diese unmittelbar dem Obersten Gerichtshof vor. [2] [4]

Ausführungen des OGH

Der OGH beurteilte die unmittelbare Aktenvorlage als verfrüht. Maßgeblich waren der Entscheidungsgegenstand von 11.000 EUR und der negative Zulässigkeitsausspruch des Berufungsgerichts. [3] [6]

Ergebnis

Der OGH stellte den Akt dem Erstgericht zurück. Dieses hat die Vorlage des Rechtsmittels an das Berufungsgericht nachzuholen. [1] [6]

Der Beschluss enthält keine inhaltliche Entscheidung über den Preisminderungsanspruch. Ebenso wenig entschied der OGH, ob der Schriftsatz verbessert werden muss oder die ordentliche Revision nachträglich zuzulassen ist. [1] [6]

Rechtsgrundlagen

Die Entscheidung betrifft den verfahrensrechtlichen Weg zur Überprüfung eines negativen Revisionszulässigkeitsausspruchs im maßgeblichen Wertbereich. [3] [6]

Kernaussage (Zusammenfassung)

Bei einem Entscheidungsgegenstand von 11.000 EUR und einem negativen Zulässigkeitsausspruch des Berufungsgerichts war die als „außerordentliche Revision“ bezeichnete Eingabe zunächst dem Berufungsgericht vorzulegen. Mangels Abänderung dieses Ausspruchs fehlte dem OGH die funktionelle Zuständigkeit. Er stellte den Akt dem Erstgericht zurück.

Spruch (Originaltext aus dem RIS)

Der Akt wird dem Erstgericht zurückgestellt.

Quellennachweise aus dem RIS

[1]

Spruch – Auszug

Der Akt wird dem Erstgericht zurückgestellt.

Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260720_OGH0002_0030OB00098_26X0000_000.

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[2]

Sachverhalt – Auszug

Begründung:

[1] Mit der vorliegenden Klage begehrt der Käufer eines Fahrzeugs von der beklagten Verkäuferin 11.000 EUR sA an Preisminderung.

[2] Das Erstgericht gab der Klage statt.

[3] Das Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung und sprach aus, dass die ordentliche Revision nicht zulässig sei.

[4] Die dagegen vom Beklagten erhobene „außerordentliche Revision“ legte das Erstgericht dem Obersten Gerichtshof unmittelbar vor.

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[3]

Rechtliche Beurteilung – Auszug

[5] Die Aktenvorlage ist verfrüht.

[6] 1. Nach § 502 Abs 3 ZPO ist die Revision – außer im Fall des § 508 Abs 3 ZPO und in den hier nicht vorliegenden Fällen des § 502 Abs 4 und 5 ZPO – jedenfalls unzulässig, wenn der Entscheidungsgegenstand an Geld oder Geldeswert zwar 5.000 EUR, nicht aber insgesamt 30.000 EUR übersteigt und das Berufungsgericht die ordentliche Revision nach § 500 Abs 2 Z 3 ZPO für nicht zulässig erklärt hat. In diesem Fall kann die Partei gemäß § 508 Abs 1 ZPO nur einen Antrag an das Berufungsgericht stellen, seinen Zulässigkeitsausspruch dahin abzuändern, dass die ordentliche Revision doch für zulässig erklärt werde.

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[5] Die Aktenvorlage ist verfrüht.

[6] 1. Nach § 502 Abs 3 ZPO ist die Revision – außer im Fall des § 508 Abs 3 ZPO und in den hier nicht vorliegenden Fällen des § 502 Abs 4 und 5 ZPO – jedenfalls unzulässig, wenn der Entscheidungsgegenstand an Geld oder Geldeswert zwar 5.000 EUR, nicht aber insgesamt 30.000 EUR übersteigt und das Berufungsgericht die ordentliche Revision nach § 500 Abs 2 Z 3 ZPO für nicht zulässig erklärt hat. In diesem Fall kann die Partei gemäß § 508 Abs 1 ZPO nur einen Antrag an das Berufungsgericht stellen, seinen Zulässigkeitsausspruch dahin abzuändern, dass die ordentliche Revision doch für zulässig erklärt werde.

[7] 2. Wird gegen eine Entscheidung, die nur mittels eines solchen Abänderungsantrags angefochten werden kann, eine ordentliche oder außerordentliche Revision erhoben, so hat – auch wenn das Rechtsmittel an den Obersten Gerichtshof gerichtet ist – das Erstgericht diese gemäß § 507b Abs 2 ZPO dem Berufungsgericht vorzulegen, weil derartige Rechtsmittel als Anträge im Sinn des § 508 Abs 1 ZPO zu werten sind (RS0109623; 3 Ob 171/25f [Rz 7]). Solange eine Abänderung des Zulassungsausspruchs durch das Berufungsgericht nicht erfolgt ist, mangelt es an der funktionellen Zuständigkeit des Obersten Gerichtshofs (RS0109623 [T20]).

[8] 3. Der Entscheidungsgegenstand, über den das Berufungsgericht entschieden hat, übersteigt hier zwar 5.000 EUR, nicht aber 30.000 EUR. Da das Berufungsgericht die ordentliche Revision für nicht zulässig erklärt hat, wäre das Rechtsmittel der Beklagten ungeachtet der Bezeichnung als „außerordentliche Revision“ nicht dem Obersten Gerichtshof, sondern dem Berufungsgericht vorzulegen gewesen.

[9] Dies wird das Erstgericht nachzuholen haben. Ob der Schriftsatz den Erfordernissen des § 508 Abs 1 ZPO entspricht oder ob er noch einer Verbesserung bedarf, bleibt der Beurteilung der Vorinstanzen vorbehalten (RS0109623 [T5, T8]; RS0109501 [T12]; RS0109620 [insb T2]).

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[4]

RIS-Text – Auszug

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Hon.‑Prof. Dr. Brenn als Vorsitzenden sowie die Hofrätinnen Dr. Weixelbraun‑Mohr und Dr. Kodek und die Hofräte Dr. Stefula und Mag. Schober als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei M*, vertreten durch die Bartl & Scala Rechtsanwälte OG in Graz, gegen die beklagte Partei K* GmbH, *, vertreten durch Mag. Leopold Zechner, Rechtsanwalt in Bruck an der Mur, wegen 11.000 EUR sA, über die „außerordentliche Revision“ der beklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Graz als Berufungsgericht vom 26. März 2026, GZ 3 R 41/25h-38, mit dem das Urteil des Bezirksgerichts Graz-West vom 30. Dezember 2024, GZ 313 C 50/24a-28, bestätigt wurde, den

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[5]

RIS-Text – Auszug

[1] Mit der vorliegenden Klage begehrt der Käufer eines Fahrzeugs von der beklagten Verkäuferin 11.000 EUR sA an Preisminderung.

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[6]

RIS-Text – Auszug

[3] Das Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung und sprach aus, dass die ordentliche Revision nicht zulässig sei.

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Zitiert von und Rechtsprechungslinie

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Wichtige Punkte

  • Bei 11.000 EUR Entscheidungsgegenstand und negativer Revisionszulassung führte der Verfahrensweg zunächst zum Berufungsgericht.
  • Die Bezeichnung als „außerordentliche Revision“ änderte an der erforderlichen Vorlage an das Berufungsgericht nichts.
  • Ohne Abänderung des Zulässigkeitsausspruchs fehlte dem OGH die funktionelle Zuständigkeit.
  • Die Vorinstanzen müssen beurteilen, ob der Schriftsatz die Anforderungen des § 508 Abs 1 ZPO erfüllt oder verbessert werden muss.

Häufige Fragen

Warum stellte der OGH in 3Ob98/26x den Akt zurück?

Die unmittelbare Vorlage war verfrüht. Wegen des Entscheidungsgegenstands von 11.000 EUR und der negativen Revisionszulassung musste das Rechtsmittel zunächst dem Berufungsgericht vorgelegt werden.

Was bewirkt die Bezeichnung als „außerordentliche Revision“?

In der entschiedenen Konstellation änderte sie den Vorlageweg nicht. Das Rechtsmittel war als Antrag nach § 508 Abs 1 ZPO zu werten und dem Berufungsgericht vorzulegen.

Wer prüft, ob der Abänderungsantrag verbessert werden muss?

Der OGH behielt diese Beurteilung den Vorinstanzen vor. Er entschied nicht, ob der konkrete Schriftsatz einer Verbesserung bedarf.

Hat der OGH über die Preisminderung beim Fahrzeugkauf entschieden?

Nein. Der Beschluss behandelt die verfrühte Aktenvorlage und den erforderlichen Verfahrensweg, nicht die inhaltliche Berechtigung der Preisminderung.

Quelle und Hinweis

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Das Holding ist eine redaktionelle Zusammenfassung und keine Wiedergabe des gerichtlichen Spruchs.

Die Belege zu den Randziffern 7 bis 9 beziehen sich auf den unter ris-3 gelieferten Volltextauszug.

Die Wertgrenzen werden entsprechend der gelieferten Entscheidung dargestellt; eine externe Prüfung der Gesetzesfassung erfolgte nicht.

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