RIS-Daten auf einen Blick
Sachverhalt
Das Geschworenengericht erkannte den Angeklagten unter anderem der fahrlässigen Körperverletzung und des versuchten Mordes schuldig. Nach dem für die Nichtigkeitsbeschwerde maßgeblichen Schuldspruch hatte er bei einem Vorfall am 24. November 2025 einen Schuss auf eine Person abgegeben und versucht, eine weitere Person durch einen Schuss auf ein von ihr gelenktes Kraftfahrzeug zu töten. [2]
Die auf § 345 Abs 1 Z 10a StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde richtete sich gegen den Schuldspruch wegen versuchten Mordes. [3]
Ausführungen des OGH
Bei diesem Nichtigkeitsgrund ist zu prüfen, ob in der Hauptverhandlung vorgekommene Verfahrensergebnisse erhebliche Bedenken gegen entscheidende Tatsachen des Wahrspruchs begründen. Eine darüber hinausgehende neuerliche Bewertung der Überzeugungskraft der Beweise eröffnet die Tatsachenrüge nicht. [3]
- Tötungsvorsatz: Der Angeklagte verwies unter anderem auf seine Darstellung eines beabsichtigten Warnschusses, den Zustand und die spätere Verwahrung der Pistole sowie ein ballistisches Gutachten. Seine daraus gezogenen Beweisschlüsse weckten beim OGH keine erheblichen Bedenken gegen den Wahrspruch zum Tötungsvorsatz. [3]
- Unterschiedliche Beurteilung der Schüsse: Auch der Hinweis, dass die Geschworenen beim einen Schuldspruch einen Tötungsvorsatz verneint, beim anderen aber bejaht hatten, begründete nach Ansicht des OGH keine erheblichen Bedenken. [3]
Ergebnis
Der OGH wies die Nichtigkeitsbeschwerde bereits in nichtöffentlicher Beratung zurück. Zur Entscheidung über die Berufung leitete er die Akten an das Oberlandesgericht Wien weiter. Dem Angeklagten wurden auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens auferlegt. [1] [5] [6]
Rechtsgrundlagen
Für die Entscheidung waren insbesondere die Vorschriften über die Tatsachenrüge im geschworenengerichtlichen Verfahren, die Zurückweisung der Nichtigkeitsbeschwerde und die Zuständigkeit für die Berufung maßgeblich. [3]
- § 345 Abs 1 Z 10a StPO: Auf diesen Nichtigkeitsgrund stützte der Angeklagte seine Beschwerde gegen den Wahrspruch. [3]
- §§ 285d Abs 1, 285i und 344 StPO: Der OGH nennt diese Bestimmungen für die sofortige Zurückweisung der Nichtigkeitsbeschwerde und die Entscheidung über die Berufung durch das Oberlandesgericht. [3] [5]
- § 390a Abs 1 StPO: Auf diese Bestimmung stützt der OGH den Kostenausspruch. [1] [6]
Kernaussage (Zusammenfassung)
Die vom Angeklagten angeführten Beweisergebnisse weckten beim OGH keine erheblichen Bedenken gegen den Wahrspruch zum Tötungsvorsatz. Er wies die Nichtigkeitsbeschwerde zurück; die Entscheidung über die Berufung obliegt dem Oberlandesgericht Wien.
Spruch (Originaltext aus dem RIS)
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.
Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.
Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Quellennachweise aus dem RIS
Spruch – Auszug
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.
Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.
Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260903_OGH0002_0150OS00080_26T0000_000.
Quelle im RIS öffnenSachverhalt – Auszug
Gründe:
[1] Mit dem angefochtenen, auf dem Wahrspruch der Geschworenen beruhenden Urteil wurde * H* des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach § 88 Abs 3 erster Fall, Abs 4 zweiter Satz erster Fall StGB (I./), des Verbrechens des Mordes nach §§ 15, 75 StGB (II./) und des Vergehens nach § 50 Abs 1 Z 4 WaffG (III./) schuldig erkannt.
[2] Soweit für die Erledigung der Nichtigkeitsbeschwerde relevant, hat er am 24. November 2025 in W*
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Gründe:
[1] Mit dem angefochtenen, auf dem Wahrspruch der Geschworenen beruhenden Urteil wurde * H* des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach § 88 Abs 3 erster Fall, Abs 4 zweiter Satz erster Fall StGB (I./), des Verbrechens des Mordes nach §§ 15, 75 StGB (II./) und des Vergehens nach § 50 Abs 1 Z 4 WaffG (III./) schuldig erkannt.
[2] Soweit für die Erledigung der Nichtigkeitsbeschwerde relevant, hat er am 24. November 2025 in W*
I./ S* G* grob fahrlässig schwer am Körper verletzt, indem er mit einer Faustfeuerwaffe der Marke Glock einen Schuss in dessen Richtung abfeuerte, wodurch dieser eine an sich schwere Körperverletzung verbunden mit einer 24 Tage übersteigenden Gesundheitsschädigung, nämlich einen Durchschuss des rechten Beins verbunden mit einem Trümmerbruch des rechten Schienbeinplateaus und Eröffnung des rechten Kniegelenks samt Einblutung erlitt;
II./ C* G* vorsätzlich zu töten versucht, indem er mit der genannten Faustfeuerwaffe einen Schuss in Kopfhöhe auf das von diesem gelenkte Kraftfahrzeug abfeuerte.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260903_OGH0002_0150OS00080_26T0000_000.
Quelle im RIS öffnenRechtliche Beurteilung – Auszug
[3] Gegen II./ des Schuldspruchs richtet sich die auf § 345 Abs 1 Z 10a StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten, die nicht berechtigt ist.
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[3] Gegen II./ des Schuldspruchs richtet sich die auf § 345 Abs 1 Z 10a StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten, die nicht berechtigt ist.
[4] Der geltend gemachte Nichtigkeitsgrund zielt darauf ab, in der Hauptverhandlung vorgekommene Verfahrensergebnisse (§ 258 Abs 1 iVm § 302 Abs 1 StPO) aufzuzeigen, die nahelegen, dass die Geschworenen das ihnen nach § 258 Abs 2 zweiter Satz iVm § 302 Abs 1 StPO zustehende Beweiswürdigungsermessen in unerträglicher Weise gebraucht haben (RIS‑Justiz RS0118780 [T16, T17]). Eine über die Prüfung erheblicher Bedenken hinausgehende Auseinandersetzung mit der Überzeugungskraft von Beweisergebnissen – wie sie die Berufung wegen Schuld im Einzelrichterverfahren einräumt – wird dadurch nicht eröffnet (RIS‑Justiz RS0119583 [T5]).
[5] Mit ihren eigenen Beweisschlüssen aus Verfahrensergebnissen, nämlich der Verantwortung des Angeklagten, er hätte bloß einen Warnschuss abgeben wollen, es hätten sich noch vierzehn schussbereite Patronen in der Pistole befunden, er hätte sie jedoch nach Abgabe der Schüsse gesichert und verwahrt, sowie dem Gutachten des vom Gericht beigezogenen ballistischen Sachverständigen, wonach der Schuss von der rechten PKW‑Rückseite annähernd waagrecht nach vorne verlaufen sei, gelingt es der gegen die Bejahung des Tötungsvorsatzes gerichteten Tatsachenrüge nicht, beim Obersten Gerichtshof erhebliche Bedenken im bezeichneten Sinn gegen die Richtigkeit des Ausspruchs der Geschworenen über entscheidende Tatsachen zu wecken.
[6] Das gilt auch für das Vorbringen, es wäre „äußerst bedenklich“, dass die Geschworenen bei I./ sowohl den Tötungsvorsatz als auch den Körperverletzungsvorsatz verneinten, bei II./ aber von Tötungsvorsatz ausgingen, obwohl die Schussabgabe jeweils aufgrund desselben Konflikts über die Höhe des Preises und die Zahlungsmodalitäten betreffend die von den Opfern mit weiteren Arbeitern für den Angeklagten verrichteten Tätigkeiten erfolgt war.
[7] Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (§§ 285d Abs 1, 344 StPO). Die Entscheidung über die Berufung kommt dem Oberlandesgericht zu (§§ 285i, 344 StPO).
[8] Der Kostenausspruch beruht auf § 390a Abs 1 StPO.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260903_OGH0002_0150OS00080_26T0000_000.
Quelle im RIS öffnenRIS-Text – Auszug
Der Oberste Gerichtshof hat am 3. September 2026 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Mag. Lendl als Vorsitzenden, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Michel‑Kwapinski und Dr. Sadoghi sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Mag. Riffel und Dr. Farkas in Gegenwart der Schriftführerin FI Gsellmann in der Strafsache gegen * H* wegen des Verbrechens des Mordes nach §§ 15, 75 StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Geschworenengericht vom 18. Mai 2026, GZ 602 Hv 1/26d‑56.2, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den
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Quelle im RIS öffnenRIS-Text – Auszug
Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260903_OGH0002_0150OS00080_26T0000_000.
Quelle im RIS öffnenRIS-Text – Auszug
Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Vollständige Absätze aus dem RIS-Dokument JJT_20260903_OGH0002_0150OS00080_26T0000_000.
Quelle im RIS öffnenZitiert von und Rechtsprechungslinie
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Wichtige Punkte
- Die Tatsachenrüge betraf ausschließlich den Schuldspruch wegen versuchten Mordes.
- Die vorgebrachten Beweisschlüsse begründeten für den OGH keine erheblichen Bedenken gegen den Wahrspruch zum Tötungsvorsatz.
- Über die Berufung hatte der OGH mit diesem Beschluss nicht zu entscheiden.
Häufige Fragen
Was entschied der OGH in 15Os80/26t?
Er wies die Nichtigkeitsbeschwerde zurück und leitete die Akten zur Entscheidung über die Berufung an das Oberlandesgericht Wien weiter.
Warum blieb die Tatsachenrüge erfolglos?
Die vom Angeklagten angeführten Verfahrensergebnisse weckten beim OGH keine erheblichen Bedenken gegen den Wahrspruch zum Tötungsvorsatz.
Hat der OGH auch über die Berufung entschieden?
Nein. Die Entscheidung über die Berufung obliegt dem Oberlandesgericht Wien.
Quelle und Hinweis
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Die Zusammenfassung des Sachverhalts beschränkt sich auf die für die Nichtigkeitsbeschwerde wesentlichen Schuldsprüche.
Aus der Zurückweisung der Nichtigkeitsbeschwerde wird kein Ergebnis der Berufung abgeleitet.
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