Anlage 10 Methoden zur Berechnung des GWP ReinstoffeFür die Berechnung der Treibhauswirksamkeit (GWP = Global Warming Potential) von Stoffmengen wird immer die Masse (in kg) mit dem GWP-Wert des jeweiligen Stoffes multipliziert. Der GWP-Wert für F-Gase ergibt sich aus den Anhängen I bis III der Verordnung (EU) Nr. 2024/573 (Anlage 1, Anlage 2, Anlage 3). Beispiel 1: 550g des Kältemittels HFKW-1234yf (Anlage 2 Gruppe 1; GWP=0,501) in einer PKW-Klimaanlage: 0,55 kg * 0,501 = 0,27555 Gemische von F-GasenDas Treibhauspotenzial eines Gemisches wird als massegemittelter Wert berechnet, der aus der Summe der Massenanteile der einzelnen Stoffe, multipliziert mit deren GWP-Werten, hergeleitet wird. Beispiel 2: 3 kg des Kältemittelgemisches "R-410A" (besteht zu 50% aus dem Kältemittel HFKW-32 (CH2F2; Anlage 1 Gruppe 1; GWP=675) und 50% aus dem Kältemittel HFKW-125 (CHF2-CF3; Anlage 1 Gruppe 1; GWP=3500): 1,5 kg *675 + 1,5kg * 3.500 = 6.262,5 Gemische von F-Gasen mit Stoffen, die keine F-Gase sindBei Gemischen, die sich aus F-Gasen und auch Stoffen, die keine fluorierten Treibhausgase sind, zusammensetzen, sind für die Massenanteile der nicht fluorierten Stoffe die GWP-Werte aus der Tabelle des Anhang VI der Verordnung (EU) Nr. 2024/573 (Anlage 10) heranzuziehen. Bei sonstigen Stoffen, die nicht in diesem Anhang aufgeführt werden, wird der Standardwert 0 angewandt. Beispiel 3: 1 kg des Kältemittelgemisches:"R431A" (besteht zu 29% aus HFKW-152a (Anlage 1 Gruppe 1; GWP=124) und zu 71% aus dem Kohlenwasserstoff R-290 (Anlage 6; GWP=0,02): 0,29 kg * 124* + 0,71 kg *0,02 = 35,9742 Anhang VI der Verordnung (EU) Nr. 2024/573Sofern nicht anders angegeben, wird das Treibhauspotenzial eines Gemischs als massegemittelter Wert berechnet, der aus der Summe der Massenanteile der einzelnen Stoffe, multipliziert mit deren GWP-Werten, hergeleitet wird, wobei hier auch Stoffe eingeschlossen werden, die keine fluorierten Treibhausgase sind. Σ (Stoff X % x GWP) + (Stoff Y % x GWP) + … (Stoff N % x GWP), wobei der Prozentsatz den massemäßigen Anteil mit einer Massetoleranz von ± 1 % angibt. Beispiel: Anwendung der Formel auf ein Gasgemisch aus 60 % Dimethylether, 10 % HFKW-152a und 30 % Isobutan: Σ (60 % x 1) + (10 % x 124) + (30 % x 0) Gesamtwert GWP = 13,0 Das GWP der folgenden nicht fluorierten Stoffe wird zur Berechnung des GWP von Gemischen verwendet. Bei sonstigen Stoffen, die nicht in diesem Anhang aufgeführt werden, wird der Standardwert 0 angewandt. Für die Berechnung des GWP sind nur Emissionen verursachende Teile von Gemischen relevant, die ungefähr dieselbe Funktion erfüllen. Stoff GWP 100 (1) Gebräuchliche Bezeichnung Industrielle Bezeichnung Chemische Formel Methan CH4 27,9 Distickstoffoxid (Lachgas) N2O 273 Dimethylether CH3OCH3CH3Cl 1 (2) Methylenchlorid CH2CI2 11,2 Methylchlorid CH3CL 5,54 Chloroform CHC13 20,6 Ethan R-170 CH3CH3 0,437 Propan R-290 CH3CH2CH3 0,02 Butan R-600 CH3CH2CH2CH3 0,006 Isobutan R-600a CH(CH3)2CH3 0 (3) Pentan R-601 CH3CH2CH2CH2CH3 0 (3) Isopentan R-601 a (CH3)2CHCH2CH3 0 (3) Ethoxyethan (Diethylether) R-610 CH3CH2OCH2CH3 4 (2) Methylformiat R-611 HCOOCH3 11 (4) Wasserstoff R-702 H2 6 (2) Ammoniak R-717 NH3 0 Ethylen R-1150 C2H4 4 (2) Propen R-1270 C3H6 0 (3) Cyclopentan C5H10 0 (3) (1) Gestützt auf den Sechsten Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC), wenn nicht anders angegeben. (2) Gestützt auf den Vierten Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC). (3) WMO et al. (2018), "Scientific Assessment of Ozone Depletion". Darin wird der Wert mit <<1 angegeben. (4) WMO et al. (2018). Scientific Assessment of Ozone Depletion.
