1. Ursprung von Waren 1.1. Grundsätzliches Die wirtschaftliche "Staatszugehörigkeit" von Waren wird durch deren Ursprung bestimmt. Die Feststellung des Ursprungs einer Ware und ihrer Einreihung in den Zolltarif sind erforderlich, damit festgestellt werden kann, welche Zölle und Abgaben gleicher Wirkung zu erheben sind und welche sonstigen zoll- und außenwirtschaftsrechtlichen Beschränkungen und Verpflichtungen gelten. Im Zollrecht gibt zwei Arten von Ursprung, den nichtpräferenziellen Ursprung und den Präferenzursprung. Sie unterscheiden sich dadurch, dass der nichtpräferenzielle Ursprung keine Gewährung einer Zollpräferenz ermöglicht und zur Erzielung von Präferenzursprung in der Regel strengere Ursprungsregeln zu erfüllen sind. Die genauen Bestimmungen und Rechtsgrundlagen betreffend den nichtpräferenziellen Ursprung können der Arbeitsrichtlinie UP-2000 entnommen werden. Der Präferenzursprung kann erzielt werden durch vollständige Erzeugung oder ausreichende Be- oder Verarbeitung (mitunter unter Nutzung von Kumulierungsmöglichkeiten), wo hierbei die EU als ein Gebiet anzusehen ist. Die Präferenzursprungseigenschaft wird Waren der nachfolgend angeführten Länder verliehen (genannt "Zollpräferenzmaßnahmen" - Länder siehe https://www.bmf.gv.at/themen/zoll/fuer-unternehmen/ursprung-praeferenzen/Liste-der-begünstigten-Länder.html). Diese Bestimmungen sind verbindlich in den jeweiligen Abkommen der EU mit Drittländern bzw. für die autonomen Präferenzmaßnahmen der EU in EU-Rechtsakten (zB in der UZK-DA) festgelegt und werden für die jeweilige Zollpräferenzmaßnahme in der entsprechenden Arbeitsrichtlinie UP näher ausgeführt. Welche Bestimmung heranzuziehen ist, bestimmt sich durch den konkreten Warenverkehr zwischen der EU und dem unmittelbar von dieser Einfuhr oder Ausfuhr betroffenen Partnerland. Alle Arbeitsrichtlinien im Bereich Ursprung und Präferenzen beginnen mit "UP" gefolgt von einem Bindestrich und 4 Ziffern. Ziffernstruktur Ziffer 3 allgemeine Bestimmungen für den gesamten präferentiellen Ursprung (alle nachfolgenden Arbeitsrichtlinien) Ziffer 4 Ländergruppe Europa und Mittelmeerstaaten Ziffer 5 Ländergruppe Afrika, Karibik und Pazifik Ziffer 6 Ländergruppe Amerika Ziffer 7 Ländergruppe Asien Ziffer 8 Ländergruppe betreffend autonome Maßnahmen Übersichtstabelle Neu Alt Allgemeine Bestimmungen UP-3000 UP-3000 Ländergruppe Europa und Mittelmeerstaaten Regionale Konvention UP-4000 keine Alternativ geltende Ursprungsregeln zum Regionalen Übereinkommen ("Transitional rules") UP-4001 Regionales Übereinkommen über Pan-Europa-Mittelmeer-Präferenzursprungsregeln (Revised Rules) UP-4002 EFTA (IS, NO, CH) UP-4200 UP-3120 EWR (IS, NO, LI) UP-4300 UP-3110 Länder, die am Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess der EU teilnehmen (SAP Länder) UP-4400 UP-3310 Georgien UP-4401 keine Moldau UP-4402 keine Ukraine (ab 1.1.2016) UP-4403 keine Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland UP-4404 Türkei: Türkei Zollunion UP-4500 UP-4100 Türkei Agrarwaren UP-4510 UP-4120 Türkei EGKS Waren UP-4520 UP-4110 Färöer UP-4600 UP-3830 Mittelmeerstaaten Algerien UP-4700 UP-3410 Tunesien UP-4710 UP-3411 Marokko UP-4720 UP-3412 Israel UP-4730 UP-3430 Palästina UP-4740 UP-3810 Ägypten UP-4750 UP-3420 Jordanien UP-4760 UP-3480 Libanon UP-4770 UP-3470 Syrien UP-4780 UP-3440 Andorra Zollunion UP-4800 UP-4200 Andorra Agrar UP-4810 keine Ceuta und Melilla UP-4900 UP-3820 Ländergruppe Afrika, Karibik und Pazifik ESA-Staaten UP-5000 UP-3603 CARIFORUM UP-5100 UP-3601 PAZIFIK (Fidschi-Inseln, Papua-Neuguinea, Salomonen, Samoa) UP-5200 UP-3602 Neuseeland UP-5201 MAR UP-5300 UP-3600 SADC UP-5500 Südafrika (gültig bis 9.10.2016) UP-5400 UP-4400 Côte d'Ivoire UP-5600 Ghana UP-5700 Kamerun UP-5800 Ländergruppe Amerika Mexiko UP-6000 UP-4500 Chile UP-6100 UP-4600 Ecuador, Kolumbien, Peru UP-6200 keine Zentralamerika UP-6300 keine Kanada UP-6400 keine MERCOSUR UP-6500 Ländergruppe Asien Republik Korea UP-7000 UP-5100 Japan UP-7100 Singapur UP-7200 Vietnam UP-7300 Ländergruppe betreffend autonome Maßnahmen Überseeische Länder und Gebiete UP-8000 UP-3700 Allgemeines Präferenzsystem - Verordnung UP-8100 UP-3500 (Teile daraus) Allgemeines Präferenzsystem - Ursprung UZK-DA UP-8101 UP-3500 (Teile daraus) Kosovo, Moldawien, Ukraine (bis 31.12.2015) und andere Westbalkanländer (mit Einschränkungen) UP-8200 UP-3320
