Alle Rechtstexte

Bundesrecht konsolidiert · · Quelle: RIS

In RIS öffnen
Schriftgröße: 100 %
Weitere Informationen und Metadaten

Stammfassung: BGBl. II Nr. 40/2004

Änderung

BGBl. II Nr. 209/2015 [CELEX-Nr.: 32014L0063]

BGBl. II Nr. 50/2026 [CELEX-Nr.: 32024L1438]

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der und 19 Abs. 1 des Lebensmittelgesetzes 1975, BGBl. Nr. 86, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 69/2003, wird – hinsichtlich der und 7 im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit – verordnet:

Geltungsbereich und Begriffsbestimmungen

. Diese Verordnung gilt für die in den bis 4 beschriebenen Erzeugnisse.

. Im Sinne dieser Verordnung ist „Honig“ der natursüße Stoff, der von Bienen der Art Apis mellifera erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen, Absonderungen lebender Pflanzenteile oder auf den lebenden Pflanzenteilen befindliche Sekrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, diese mit arteigenen Stoffen versetzen, umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstockes speichern und reifen lassen.

. Honigarten werden unterschieden:

1. Nach Herkunft:

a) „Blütenhonig“ oder „Nektarhonig“

der aus dem Nektar von Pflanzen stammender Honig;

b) „Honigtauhonig“

Honig, der hauptsächlich aus auf lebenden Pflanzenteilen befindlichen Sekreten von an Pflanzen saugenden Insekten (Hemiptera), oder aus Absonderungen lebender Pflanzenteile stammt.

2. Nach Herstellungsart oder Angebotsform:

a) „Wabenhonig“ oder „Scheibenhonig“

Von den Bienen in den gedeckelten, brutfreien Zellen der von ihnen frisch gebauten Honigwaben oder in Honigwaben aus feinen, ausschließlich aus Bienenwachs hergestellten gewaffelten Wachsblättern gespeicherter Honig, der in ganzen oder geteilten Waben gehandelt wird;

b) „Honig mit Wabenteilen“ oder „Wabenstücke in Honig“ Honig, der ein oder mehrere Stücke Wabenhonig enthält;

c) „Tropfhonig“

Durch Austropfen der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnener Honig;

d) „Schleuderhonig“

Durch Schleudern der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnener Honig;

e) „Presshonig“

Durch Pressen der brutfreien Waben ohne Erwärmen oder mit geringem Erwärmen auf höchstens 45°C gewonnener Honig.

(Anm.: lit f aufgehobehn durch BGBl. II Nr. 50/2026)

. „Backhonig“ ist Honig, der für industrielle Zwecke oder als Zutat für andere Lebensmittel, die anschließend verarbeitet werden, geeignet ist und der

1. einen fremden Geschmack oder Geruch aufweisen kann, oder

2. in Gärung übergegangen sein oder gegoren haben kann, oder

3. überhitzt worden sein kann oder

4. gewonnen worden sein kann, indem anorganische oder organische Fremdstoffe so entzogen wurden, dass Pollen in erheblichem Maße entfernt wurden.

. Die vom Geltungsbereich erfassten Erzeugnisse müssen den im Anhang festgelegten Anforderungen entsprechen.

Kennzeichnung

. (1) Unbeschadet der Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, ABl. Nr. L 304 vom 22.11.2011 S. 18, zuletzt geändert durch die Delegierte Verordnung (EU) Nr. 2024/2512, ABl. Nr. L 2024/2512 vom 25.09.2024,

1. ist die Bezeichnung „Honig“ den in definierten Erzeugnissen vorbehalten,

2. sind die in den und 4 vorgesehenen Bezeichnungen den dort definierten Erzeugnissen vorbehalten und als rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung gemäß Art. 17 Abs. 1 der genannten Verordnung zu verwenden. Alternativ darf die Bezeichnung „Honig“ verwendet werden, sofern es sich nicht um „Wabenhonig“ oder „Scheibenhonig“, „Honig mit Wabenteilen“ oder „Wabenstücke in Honig“ oder „Backhonig“ handelt.

(2) Bei „Backhonig“ gemäß ist in Verbindung mit der Bezeichnung auf dem Etikett die Angabe „nur zum Kochen und Backen“ anzuführen.

(3) Die Bezeichnungen – mit Ausnahme von „Backhonig“ – dürfen durch Angaben ergänzt werden, die sich auf Folgendes beziehen:

– Herkunft aus Blüten oder Pflanzenteilen, wenn das Erzeugnis vollständig oder überwiegend der angegebenen Herkunft ist und die dieser Herkunft entsprechenden organoleptischen, physikalisch-chemischen und mikroskopischen Eigenschaften besitzt;

– regionale, territoriale oder topographische Herkunft, wenn das Erzeugnis vollständig der angegebenen Herkunft ist;

– besondere Qualitätskriterien.

(4) Wurde „Backhonig“ als Zutat in einem zusammengesetzten Lebensmittel verwendet, so darf in der Bezeichnung des zusammengesetzten Lebensmittels die Bezeichnung „Honig“ anstelle der Bezeichnung „Backhonig“ verwendet werden. Im Verzeichnis der Zutaten ist jedoch die Bezeichnung „Backhonig“ zu verwenden.

(5) Bei „Backhonig“ ist auf den Transportbehältern, den Verpackungen und in den Handelsunterlagen eindeutig die Bezeichnung gemäß anzugeben.

(6) Pollen ist ein natürlicher Bestandteil von Honig und nicht als Zutat im Sinne von Art. 2 Abs. 2 lit. f der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 der in bis 4 definierten Erzeugnisse zu betrachten.

. (1) Auf dem Etikett ist das Ursprungsland, in dem der Honig erzeugt wurde, anzugeben.

(2) Hat der Honig seinen Ursprung in mehr als einem EU-Mitgliedstaat oder Drittland, so sind die Ursprungsländer, in denen der Honig erzeugt wurde, auf dem Etikett im Hauptsichtfeld in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils zusammen mit dem jeweiligen Prozentsatz, den die einzelnen Ursprungsländer repräsentieren, anzugeben. Für jeden einzelnen Anteil der Mischung, berechnet auf der Grundlage der Dokumentation zur Rückverfolgbarkeit des Unternehmers, ist eine Toleranzspanne von 5 % zulässig.

(3) Bei Packungsgrößen, die Nettomengen an Honig von weniger als 30 g enthalten, dürfen die Namen der Ursprungsländer durch einen aus zwei Buchstaben bestehenden Code gemäß der neuesten geltenden Fassung der internationalen ÖNORM EN ISO 3166-1 (aus zwei Buchstaben bestehender Ländercode; Alpha 2) ersetzt werden.

Schlussbestimmungen

. (1) Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung tritt die Verordnung über Honig, BGBl. Nr. 941/1994, außer Kraft.

(2) , , bis 5, , , und in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 50/2026 treten mit 14. Juni 2026 in Kraft.

. (1) Erzeugnisse gemäß , die nicht dieser Verordnung, jedoch der Verordnung BGBl. Nr. 941/1994 entsprechen, dürfen bis zum 31. Juli 2004 in Verkehr gebracht und bis zum vollständigen Abbau der Bestände in Verkehr belassen werden.

(2) Erzeugnisse gemäß , die dieser Verordnung in der Fassung vor der Verordnung BGBl. II Nr. 209/2015 entsprechen und vor dem Inkrafttreten der Verordnung BGBl. II Nr. 209/2015 gekennzeichnet wurden, dürfen bis zum vollständigen Abbau der Bestände in Verkehr gebracht werden.

(3) Erzeugnisse, die nicht den Anforderungen dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 50/2026 entsprechen und vor dem 14. Juni 2026 gekennzeichnet wurden, dürfen bis zum vollständigen Abbau der Bestände in Verkehr gebracht werden.

. Durch diese Verordnung werden folgende Richtlinien der Europäischen Union in österreichisches Recht umgesetzt:

1. Richtlinie 2001/110/EG über Honig, ABl. Nr. L 10 vom 12.01.2002 S. 47.

2. Richtlinie 2014/63/EU zur Änderung der Richtlinie 2001/110/EG über Honig, ABl. Nr. L 164 vom 03.06.2014 S. 1.

3. Richtlinie (EU) 2024/1438 zur Änderung der Richtlinien des Rates 2001/110/EG über Honig, 2001/112/EG über Fruchtsäfte und bestimmte gleichartige Erzeugnisse für die menschliche Ernährung, 2001/113/EG über Konfitüren, Gelees, Marmeladen und Maronenkrem für die menschliche Ernährung und 2001/114/EG über bestimmte Sorten eingedickter Milch und Trockenmilch für die menschliche Ernährung, ABl. Nr. L 2024/1438 vom 24.05.2024.

ANHANG

MERKMALE DER ZUSAMMENSETZUNG DES HONIGS

Honig besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten, insbesondere aus Fructose und Glucose sowie aus organischen Säuren, Enzymen und beim Honigsammeln aufgenommenen festen Partikeln. Die Farbe des Honigs reicht von beinahe farblos bis dunkelbraun. Er kann von flüssiger, dickflüssiger oder ganz bis teilweise kristalliner Beschaffenheit sein. Die Unterschiede in Geschmack und Aroma werden vom jeweiligen botanischen Ursprung bestimmt.

Dem Honig darf nichts anderes als Honig beigegeben werden, soll er als Honig in Verkehr gebracht oder als Zutat in einem Erzeugnis verwendet werden. Der Honig muss, soweit möglich, frei von organischen und anorganischen Fremdstoffen sein. Er darf – ausgenommen „Backhonig“ gemäß – keinen fremden Geschmack oder Geruch aufweisen und nicht in Gärung sein und darf weder einen künstlich veränderten Säuregrad haben noch so stark erhitzt worden sein, dass die natürlichen Enzyme vernichtet oder in erheblicher Weise inaktiviert wurden.

Mit Ausnahme von gefiltertem Honig gemäß dürfen dem Honig weder Pollen noch andere honigeigene Bestandteile entzogen werden, es sei denn, dass dies beim Entziehen von anorganischen oder organischen Fremdstoffen unvermeidlich ist.

Honig hat folgende Merkmale aufzuweisen:

1.

Zuckergehalt

 

 

 

 

1.1.

Fructose- und Glucosegehalt (Summe)

 

 

– Blütenhonig

mindestens 60 g/100 g,

 

– Honigtauhonig, allein oder in Mischung mit Blütenhonig

mindestens 45 g/100 g.

 

 

 

1.2.

Saccharosegehalt

 

 

– Im Allgemeinen

höchstens 5 g/100 g.

 

– Honig von Robinie (Robinia pseudoacacia), Luzerne (Medicago sativa), Banksia menziesii,Süßklee (Hedysarum), Roter Eukalyptus (Eucalyptus camadulensis), Eucryphia lucida, Eucryphia milliganii,

Citrus spp.

höchstens 10 g/100 g,

 

– Honig von Lavendel (Lavendula spp.), Borretsch (Borago officinalis

höchstens 15 g/100 g.

 

 

 

2.

Wassergehalt

 

 

– Im Allgemeinen

höchstens 20%,

 

– Honig von Heidekraut (Calluna) und Backhonig im Allgemeine

höchstens 23%,

 

– Backhonig von Heidekraut (Calluna)

höchstens 25%.

 

 

 

3.

Gehalt an wasserunlöslichen Stoffen

 

 

– Im Allgemeinen

höchstens 0,1 g/100 g,

 

– Presshonig

höchstens 0,5 g/100 g.

 

 

 

4.

Elektrische Leitfähigkeit

 

 

– Nachstehend nicht aufgeführte Honigarten

und Mischungen dieser Honigarten

höchstens 0,8 mS/cm,

 

– Honigtauhonig und Kastanienhonig und Mischungen dieser Honigarten mit Ausnahme der nachstehend angeführten Honigarten

mindestens 0,8 mS/cm.

 

– Ausnahmen: Honig von Erdbeerbaum (Erica), Eukalyptus, Linden (Tilia spp), Heidekraut (Calluna vulgaris), (Leptospermum), Teebaum (Melaleuca spp.)

 

 

 

 

5.

Gehalt an freien Säuren

 

 

– Im Allgemeinen

höchstens 50 Milliäquivalente Säure pro kg,

 

– Backhonig

höchstens 80 Milliäquivalente Säure pro kg.

 

 

 

6.

Diastaseindex und Hydroxymethylfurfurolgehalt (HMF), bestimmt nach der Behandlung und Mischung

 

 

a) Diastaseindex (Schade-Skala):

 

 

 

– Im Allgemeinen mit Ausnahme von Backhonig

mindestens 8,

 

 

– Honigarten mit einem geringen natürlichen Enzymgehalt (zB Zitrushonig) und einem HMF-Gehalt von höchstens 15 mg/kg

mindestens 3.

 

b) HMF

 

 

 

– Im Allgemeinen, mit Ausnahme von Backhonig

höchstens 40 mg/kg

 

 

(vorbehaltlich der Bestimmungen unter Buchstabe a) zweiter Gedankenstrich),

 

 

– Honig mit angegebenem Ursprung in Regionen mit tropischem Klima und Mischungen solcher Honigarten

höchstens 80 mg/kg.

Änderungen & Kundmachungen

Neueste Kundmachungen zuerst. Die Daten des Inkrafttretens stehen gesondert dabei. Die amtliche Änderungsliste ist oben unter „Änderung“ vollständig lesbar.

BGBl. II Nr. 50/2026kundgemacht am 16.03.2026

Fassungen ab: 14.06.2026

Erfasste Bestimmungen: § 3, § 4, § 6, § 7, § 8, § 9, § 10

RIS-Fundstelle: BGBl. II Nr. 50/2026 [CELEX-Nr.: 32024L1438]

Änderung der Honigverordnung

BGBl. II Nr. 50/2026

In der amtlichen Quelle sind keine parlamentarischen Materialien angegeben.

BGBl. II Nr. 209/2015kundgemacht am 27.07.2015

Fassungen ab: 28.07.2015

Erfasste Bestimmungen: § 6, § 7, § 9, § 10, Anl. 1

RIS-Fundstelle: BGBl. II Nr. 209/2015 [CELEX-Nr.: 32014L0063]

Änderung der Honigverordnung

BGBl. II Nr. 209/2015

In der amtlichen Quelle sind keine parlamentarischen Materialien angegeben.

BGBl. II Nr. 40/2004 · Stammfassungkundgemacht am 20.01.2004

Fassungen ab: 21.01.2004

Erfasste Bestimmungen: § 1, § 2, § 3, § 4, § 5, § 6, § 7, § 8, § 9, § 10, Anl. 1

Honigverordnung

BGBl. II Nr. 40/2004

In der amtlichen Quelle sind keine parlamentarischen Materialien angegeben.